Katalin Horvath

Katalin Horvath, Sängerin von Foaie Verde  |  Foto: Take Janssen
Katalin Horvath, Sängerin von Foaie Verde | Foto: Take Janssen

 

"Fröhliche Melancholie"

 

Temperamentvolle Sinti-Roma-Folk-Songs mit der Weltklasse-Band "Foaie Verde"

 

 

An der Weser weht ein kalter Wind. Für dieses Wetter ist Katalin Horvath nicht passend gekleidet, so bleibt uns für die Fotos zehn Minuten. Im Warmen des Cafés "Überblick" und bei heißem Zitronensaft sieht die Außenwelt schon freundlicher aus. Jetzt strahlt sogar die Sonne durchs Fenster und bringt besonders ihre Augen ins rechte Licht. Eine Farbe wie Honig und Bernstein. Auf der Bühne bekommen die Gäste das nicht mit. Katalin ist durch ihre Stimme und ihre Bewegung präsent.

 

 

Sie hat einen bewegten und eingeengten Lebenslauf hinter sich. Ja, hinter sich. Denn seit einigen Jahren ist sie auf der Spur der Freiheit mit der Band "Foaie Verde"

 

 

Ihre Bandkollegen, die außer dem Gitarristen alle aus osteuropäischen Ländern stammen, meinen mit Freiheit, ungezwungen musizieren zu können. So heißt denn auch eine ihre neue CD "Libertate".

 

 

Das größte Glück für Katalin Horvath ist: In Freiheit Musik zu machen. Handgemachte, emotionsgeladene, lebendige Sinti- und Roma-Musik vom Balkan aus Ungarn, Russland und Rumänien. Rund zwanzig Konzerte gibt die Band bundesweit in diesem Jahr. Eines davon findet in Bremen im Bürgerhaus Weserterrassen statt. Sie ist mit dem Zug direkt aus Hamburg angereist und dann mit der Straßenbahn zum Café gekommen.

 

"Man sieht viel mehr von der Stadt, als wenn man mit dem Auto durchrast," sagt Katalin.

 

"Um ganz auf die Bremer Verhältnisse einzusteigen, hätten sie sich eigentlich ein Fahrrad mieten müssen."

 

"Die Bremer sind so freundlich!", freut sich Katalin. "Als ich am Busbahnhof stand und die Linientafel studierte, kam ein älterer Herr auf mich zu und fragte, ob er mir helfen kann ..."

 

"Vielleicht hat er Sie als die großartige Sängerin erkannt, die heute Abend hier auftritt!?"

 

Katalin lacht und sie lacht gerne.

 

"Nachher bin ich mit einigen Fans verabredet, die kenne ich von den letzten Konzerten, es sind Bremerinnen und auch Frauen aus meiner Heimat."

 

"Wie sind Sie zu der Band gekommen?!"

 

Katalin erzählt, dass Sebastian Mare, der Geiger, eine Sängerin suchte. Die Formation 'Foaie Verde' bestand schon. Auf die Suche begab er sich allerdings nicht, wie es üblich wäre über Anzeigen im Internet, sondern durch Empfehlungen von Musikerfreunden und Bekannten. Seit vier Jahren spielen sie nun zusammen.

 

"Sie bewegen die Zuhörer mit Ihrer Musik ... weil die Lieder so sentimental sind!?"

 

"Es gibt eigentlich nur die Pole Freude und Schmerz in den Liedern ... ja, das ist es, wovon ich singe."

 

"Was gibt es dazwischen?"

 

 

"Nicht sehr viel. Manchmal kommt auch Kraft vor. Die ungarische und rumänische und auch die russische Seele ist voll von Emotionen. Mit Mittelmaß lassen sich kaum Gefühle wecken."

 

"Das ist mehr als Philosophie, das ist schon ein Ratgeber für den Alltag."

 

"Ja, der Alltag ist leider zwangsläufig auf Funktionalität fokussiert."

 

"Und Foaie Verde zieht die Zuhörer dann aus dem Alltag in eine Gefühlswelt ..."

 

"Ja, das ist mein Leben und das meiner Bandkollegen. Wir wollen die Menschen mitreißen ... manche weinen sogar."

 

Wie das Konzert zeigt, gibt es neben Freude, Melancholie, Kraft, Zärtlichkeit und Lebenslust noch ein Element: Ruhe.

 

Es wird sehr still, als Katalin und die Band ihrem Publikum noch ein Gute-Nacht-Lied mit auf den Heimweg geben. Das Lied hatte Katalin schon mit ihrer Großmutter in Ungarn gesungen. Die Ruhe verwandelt sich dann doch in ... Abschiedsschmerz. Nach drei Zugaben ist wirklich Schluss. Eine Frau in der hinteren Reihe schluchzt. "Och, schade ..." Eine Freundin umarmt sie.

 

-tja-

 

 www.foaie-verde.de

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